ZSC Lions

Am 15. Oktober 1930 wurde im Hotel Habis Royal am Bahnhofplatz in Zürich die Eishockey-Sektion des Zürcher Schlittschuh-Clubs ins Leben gerufen. Eine aus Bündnern und dem Zürcher Landhockey-Goalie gebildete Mannschaft nahm bald darauf ihren Spielbetrieb auf.

Die allererste Partie des ZSC endete im Mailänder Palazzo di ghiaccio mit einer 1:2 Niederlage. Bald darauf konnte das Team auch auf der neu erbauten Dolder-Kunsteisbahn Partien austragen und stieg 1931 in die Meisterschaft ein und schaffte bereits 1932 den Aufstieg in die heutige Nationalliga A.

 

Bis 1950 gehörten fortan die Begegnungen zwischen dem HC Davos und dem ZSC zu den Höhepunkten einer Eishockeysaison und zogen, gleichgültig ob Meisterschafts- oder Freundschaftsspiel, die Zuschauer in grossen Scharen an. Doch nur zweimal gelang es den Zürchern, den Bündnern den Titel wegzuschnappen.

 

1936 entschied ein Tor Griffith' in der Verlängerung das Titelrennen zugunsten der Zürcher, und am 30. Januar 1949 holte der ZSC vor 12'000 Zuschauern seinen zweiten Meisterbecher. Ein Spieler war an beiden Titelgewinnen massgeblich beteiligt: Heini Lohrer. In den folgenden drei Jahren zogen sich fast alle Spieler der Meistermannschaft von 1949 zurück.

Ein Neuaufbau musste beginnen. Dieser dauerte bis zum Ende der Fünfzigerjahre, dann stellten sich die ersten Erfolge ein. 1960 gewann der ZSC den Cup und ein Jahr später unter Spielertrainer Otto Schläpfer das Double.

Die Sechzigerjahre waren gekennzeichnet durch das Aufkommen des Professionalismus. Es kamen jene Teams an die Spitze, die zum Teil unter grossem finanziellem Aufwand ihren Spielbetrieb führten.

 

Der ZSC hatte je länger je mehr Mühe, mitzuhalten und musste 1971 zum ersten Mal in seiner Geschichte absteigen. 1973 gelang der Wiederaufstieg. Leider verpassten die Verantwortlichen – die Hallenstadion AG hatte 1969 die 1. Mannschaft übernommen – die Chance, das Team zu verstärken, was die sofortige Relegation zur Folge hatte. 1976 gab die Hallenstadion AG entmutigt die Mannschaft an den Club zurück, nachdem sie noch die besten Spieler transferiert hatte.

Aus dem Nichts heraus musste ein Neuaufbau begonnen werden, der 1981 wieder zum Aufstieg führte. Die Hierarchien waren in der NL A derart zementiert, dass auch eine gute Transferkampagne nicht den gewünschten Erfolg brachte. Der ZSC wurde zur Liftmannschaft. Erst 1989 gelang der Wiederaufstieg. Den grössten Erfolg der Neunzigerjahre feierte der ZSC mit der Elimination des HC Lugano in den Play-offs 1992. Trainer war damals Arno Del Curto.

1997 erfolgt der Zusammenschluss mit der Eishockey-Sektion des Grasshopper-Club Zürich. Der sportliche Erfolg blieb im ersten Jahr noch aus. Im zweiten Jahr ging es jedoch einen grossen Schritt vorwärts.

 

Dies dank der Verpflichtung von Simon Schenk als Sportchef – der später auch die Geschäftsleitung übernahm – welcher gleich einige hochkarätige und erfahrene Spieler unter Vertrag nehmen konnte. So kamen Ari Sulander, Adrien Plavsic, Peter Jaks und Dan Hodgson nach Zürich. In den nun folgenden drei Jahren wurden die ZSC Lions in der Qualifikation jeweils Zweite. Die Saison 98/99 wurde jedoch durch den plötzlichen Tod von Chas Silver überschattet. Die Spieler hatten an diesem schweren Verlust noch lange zu tragen. Auch der sportliche Erfolg blieb in den Play-offs noch aus. Die dezimierte Mannschaft scheiterte an den Klotenern.

Dies machte die Lions aber nur umso hungriger, und nach 39 Jahren klappte es endlich wieder.

In einer denkwürdigen Serie holten sich die Zürcher, die in der Schlussphase der Meisterschaft das kompakteste Ensemble stellten, verdientermassen den Titel gegen Lugano.

Zehn Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit gelang Adrien Plavsic der entscheidende Treffer. Ein Jahr später verteidigten die Zürcher den Titel, wiederum gegen Lugano, erfolgreich.

 

Die nächsten beiden Jahre machten aber zwei Dinge deutlich. Zum einen waren die Spieler wiederum ein Jahr älter, zum anderen zeigte das Team, das neben den beiden Meistertiteln auch zweimal den Continental-Cupgewonnen hatte, Sättigungssymptome. Dazu kam im Sommer 2001 eine ungenügende Vorbereitung auf dem Eis, was eine Serie negativer Resultate zur Folge hatte. Trainer LarryHuras wurde durch Pekka Rautakallio ersetzt. Die Mannschaft erreichte nur Rang Fünf in der Qualifikation, schaffte dann zwar den Einzug ins Finale, in welchem sich aber der HC Davos als zu stark erwies.

Im Winter 2002/03 etablierte sich die Mannschaft sehr bald auf Rang Eins und konnte diesen in den letzten beiden Runden sichern. Es war aber viel Glück dabei, denn die Leistungen waren zum Teil alles Andere als berauschend. Die Stunde der Wahrheit schlug dann in den Play-offs, wo Rapperswil mit Mühe und Not in der siebenten Partie bezwungen werden konnte. Der Halbfinal gegen Lugano bedeutete dann das vorzeitige Saisonende. Die Mannschaft hatte ihren Zenit längst überschritten.

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